Lebenswertes Wohnen in Mannheim

Bezahlbarer Wohnraum ist in allen deutschen Städten knapp. Auch Mannheim stellt hier keine Ausnahme da. Im Preissegment von Durchschnittsverdienern, jungen Familien, Studenten und Auszubildenden übersteigt die Nachfrage das Angebot an Wohnraum deutlich. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität nachhaltig, da ein großer Anteil des Einkommens auf Mietkosten entfällt.

Für uns ist klar, dass jeder Wohnungssuchende auch ein Zuhause finden muss, das zu seinen finanziellen Möglichkeiten passt. Es darf nicht sein, dass das eigene Gehalt nicht reicht, um sich Wohnraum selbst finanzieren zu können. Besonders schwerwiegend ist, dass ausgerechnet Familien mit Kindern ohne ausreichend Wohnraum dastehen. Der Fokus der städtischen Anstrengungen liegt bisher jedoch hauptsächlich im Mietwohnungsbereich und deckt somit nur die Zielgruppe der sozial schwächeren Personen ab. Wir fordern die Stadt deshalb auf, die Zielgruppe für bezahlbares Wohnen ausdrücklich um junge Familien zu erweitern.

Das Ziel einer jeden Kommune muss es darüber hinaus sein, ihren Anteil an der Lohn- und Einkommenssteuer zu optimieren. Dazu muss Eigentumsinteressierten ein passendes Angebot unterbreitet werden. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf, der sich auch auf die soziale Durchmischung der Stadt positiv auswirken wird, der wir mit Blick auf die Sozialstruktur unserer Stadt größte Bedeutung zumessen.

Wir bezweifeln, dass die vom Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossene Sozialquote hier zum Erfolg führt. Vielmehr muss der steigende Bedarf an bezahlbaren Grundstücken und Wohnungen durch Veränderungen bei der Grunderwerbsteuer, gezielte Förderung von Familien und den verstärkten Bau von Hochhäusern gedeckt werden.

Steuer senken – Wohneigentumsquote erhöhen

Die meisten Deutschen denken beim Stichwort Alterssicherung an selbst genutztes Wohneigentum. Und dennoch weist Deutschland im europäischen Vergleich eine sehr geringe Wohneigentumsquote vor. Eine der Hauptursachen dafür ist das mangelnde Eigenkapital im Vergleich zu den hohen Anschaffungskosten. Fünf Prozent dieser Kosten entfallen in Baden-Württemberg derzeit auf die Grunderwerbsteuer (GrESt).

Hier könnte der Staat unkompliziert Änderungen vornehmen, die die Problematik effektiv entschärfen. Möglich wäre hier beispielsweise eine Staffelung der Grunderwerbsteuer und die Einführung eines Freibetrages nach britischem Vorbild. Damit würden kleine und günstige Wohnungen kaum besteuert, große Anwesen dagegen höher. In Anbetracht der aktuellen Zinslage sollte es zudem möglich sein, die Grunderwerbsteuer über einen längeren Zeitraum zu bezahlen. Damit würde der Bedarf an Eigenkapital zum Kaufzeitpunkt deutlich reduziert.

Wir fordern die Stadt Mannheim auf, sich hier gemeinsam mit anderen Großstädten beim Land Baden-Württemberg und im Bund dafür einzusetzen, dass Änderungen an der Grunderwerbsteuer vorgenommen werden.

Individuelle Bebauung privilegieren und Mannheimer Familien fördern

Nachdem in den vergangenen Jahrzenten stadtweit Neubaugebiete ausgewiesen und bebaut wurden, ist Bauland nun Mangelware. Die Folge ist die Abwanderung vieler hunderter Eigenheimbauer in das Mannheimer Umfeld nach Ilvesheim, Lampertheim oder Ketsch. Diese Abwanderung muss gestoppt werden.

Hierfür eignen sich die freigewordenen Konversionsflächen. Diese Flächen, insbesondere in Seckenheim und Feudenheim bzw. Käfertal, sind unbedingt zur individuellen Bebauung mit Einfamilienhäusern oder maximal Doppelhaushälften auszuweisen. Eine großflächige Vergabe an externe Projektentwickler lehnen wir ab.

Zusätzlich muss die Stadt junge Mannheimer Familien fördern. Der Erwerb von Bauland soll für hiesige Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren in Form eines Eigenheimzuschusses in Höhe von 10.000 € begünstigt werden. Für das zweite und jedes weitere Kind soll ein zusätzlicher Zuschuss in Höhe von 1.500 € gewährt werden.

Mehr Manhattan wagen

Wer an Manhattan denkt, denkt an die Quadrate und die vielen eindrucksvollen Wolkenkratzer. Und wer nach Mailand reist, besichtigt den Bosco Verticale (dt. senkrechten Wald) – die begrünten Hochhäuser der Stadt. Mannheim vergleicht sich gerne mit Manhattan und doch hinken wir in puncto Hochhäuser abgeschlagen hinterher.

So könnte ein Teil des Problems des fehlenden Wohnraums durch den verstärkten Bau von Hochhäusern gelöst werden. Begrünte Hochhäuser nach Mailänder Vorbild könnten bezahlbaren Wohnraum für alle enthalten. Die Bepflanzung hält im Sommer die Wärme ab und ist im Winter lichtdurchlässig. Sie reinigt die Luft, hält Staub ab und sorgt für ein angenehmes Klima. Die Konversionsflächen, und hier gerade Spinelli, bieten die Möglichkeit, diese zukunftsweisenden Gebäude mit Symbolcharakter Realität werden zu lassen. Diese vorbildliche und innovative Form des Bauens könnte zudem eine wichtige Ausstrahlungswirkung auf weitere deutsche Städte haben.

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