Mannheimer JU setzt erfolgreich Akzente auf dem Bezirkstag

Tilman Kuban

Tilman Kuban

Am 03. und 04. August führte der benachbarte JU-Kreisverband Rhein-Neckar den diesjährigen Bezirkstag der Jungen Union Nordbaden unter der Leitung von deren Vorsitzenden, Moritz Oppelt, in Hirschberg durch. Drei Leitanträge zu den Themen Energiewende, Bundeswehr und Kommunikation der CDU sorgten für teils kontroverse, letztendlich aber konstruktive Diskussionen. Zahlreiche Änderungsanträge bewirkten eine Konkretisierung der Papiere, so wurden etwa die Forderungen nach einem eventuellen Weiterbetrieb der Kernkraftwerke über das Jahr 2022 hinaus, einer Wiedereinführung der Wehrpflicht und einer substanziellen Veränderung der CDU-Kommunikationsstrategie laut. Reden des CDU-Bezirksvorsitzenden und Ministers Peter Hauk, des JU-Bundesvorsitzenden Tilman Kuban und des CDU-BW Generalsekretärs Manuel Hagel erweiterten den Blickwinkel der Delegierten und gaben spannende Impulse. Besonders erfreulich war der lang andauernde Besuch Tilman Kubans, der nach zahlreichen Gesprächen noch an der auf das Hauptprogramm folgenden Gewölbekellernacht teilnahm.

Peter Hauk MdL

Peter Hauk MdL

Debattenkultur vom Feinsten gab es während der Diskussion zum Energiewende-Antrag und der Versorgungssicherheit. Die Mannheimer stellten hierbei klar, dass dieses kritische Feld nicht gewissenlos als politischer Spielball herhalten dürfe. Erneuerbare Energien könnten im derzeitigen Ausbaustand noch nicht als vollständiger Ersatz für Grundlastkraftwerke herhalten, zu denen auch die noch aktiven Atommeiler gehören. „Solange es nicht möglich ist, die Grundlast verlässlich durch erneuerbare Energien zu decken, müssen konventionelle Stromgewinnungsquellen, also auch Kohle und Kernkraftwerke am Netz bleiben“, stellte Pressereferent Moritz Plohberger klar. Der stellvertretende Vorsitzende, Lennart Christ, ergänzte: „Es ist geradezu grob fahrlässig, im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus den herkömmlichen Technologien bestimmte Jahreszahlen zu formulieren, wenn überhaupt nicht feststeht, wie der kontinuierlich steigende Strombedarf dann gedeckt werden soll“. Es dürfe nicht der zweite Schritt vor dem ersten erfolgen.

Manuel Hagel MdL

Manuel Hagel MdL

Konservativ ging es auch bei der Problematik Bundeswehr zu: Eine rasche Wiedereinführung der Pflicht zum Wehr- bzw. Zivildienst sowohl für Männer als auch Frauen ist aus Sicht der Delegierten unabdingbar. Nicht nur, dass sich dadurch die Personalnot der Bundeswehr und das Problem der Entfremdung zwischen Truppe und Bevölkerung besser lösen ließen; auch nicht sofort ins Auge gefasste Folgeprobleme der Wehrpflicht-Aussetzung könnten auf diese Weise angepackt werden: „Schüler, die aufgrund von G8 nach der Schule noch recht orientierungslos sind, könnten durch den Wehrdienst eine spannende Perspektive erhalten, die ihnen aufzeigt, was es bedeutet, seinem Land zu dienen“, so der Kreisvorsitzende Philipp Rudi.

Obwohl eigentlich nur von internen Belangen, wurde auch das zur Zeit der Wahlen zum Europäischen Parlament medial omnipräsente Thema der Parteikommunikation behandelt. Dass die derzeitige Kommunikationsstrategie der CDU sich als fatal und für das digitale Zeitalter ungeeignet erwiesen hat, diente hierbei als Grundkonsens. Gleichwohl negativ bewertet wurden die Reaktionen der Partei auf öffentliche Kritik, so etwa der Fauxpas nach der Forderung einer Art Zensur des Internets durch prominente Vertreter der Parteiführung.

Unsere Delegierten vor Ort

Unsere Delegierten vor Ort

„Fest steht: Die CDU hat sich auf schnellstmöglichem Wege das für eine erfolgreiche Kommunikation notwendige Knowhow zu besorgen und sicherzustellen, dass dieses auch außerhalb des Konrad-Adenauer-Hauses zur Verfügung steht. Hierzu darf sie sich auch gerne der digitalen Affinität ihrer Jugendorganisation bedienen“, so Lorenz Plohberger, eines der jüngsten Mitglieder im Kreisverband.

Auf die Antragsberatungen folgend erläuterte Tilman Kuban in einem Interview für die Online-Präsenzen des Mannheimer Kreisverbandes obendrein seinen Vorschlag, zur Attraktivierung des bodengebundenen Verkehrs auch die Möglichkeit neuer Hyperloops als Nachfolger der Transrapid-Idee in Betracht zu ziehen – auch hierfür bedürfe es einer gesicherten Stromversorgung. Dadurch wäre es möglich, hinsichtlich der Reisedauer ernsthaften Konkurrenzdruck auf das Flugzeug auszuüben, vorausgesetzt ein entsprechend weitläufiges Netz bestünde, so Kuban.

Außerdem erfolgte neben den Delegiertenwahlen zum diesjährigen Landes- und Deutschlandtag der JU noch die Beratung der eingereichten Initiativanträge. Hierbei konnte sich der Mannheimer Kreisverband mit seinen Forderungen nach einer Möglichkeit der elektronischen Stimmabgabe sowie der Einrichtung von angemessenen Internetzugängen während Veranstaltungen der CDU und ihrer Organisationen ohne Gegenstimme durchsetzen.

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