Junge Union gegen Abriss der BW-Bank

Stadtgestaltung: Zukunft des Palais bleibt Thema

Nach dem Gestaltungsbeirat der Stadt, der Werbegemeinschaft City und dem Architekten Andreas Plattner ist nun auch die Junge Union gegen den Abriss des BW-Bank-Hauses auf den Planken. „Mit Entsetzen haben wir zur Kenntnis genommen, dass in der Stadtverwaltung eine Abrissgenehmigung des BW-Bank Hauses in O 4, 4 in Erwägung gezogen wird und bereits Pläne für einen Neubau vorliegen“, so die Junge Union Mannheim. Entsprechende Pläne waren vor Wochen in einer Sitzung des Gestaltungsbeirates vorgestellt worden (wir berichteten). Das im Erscheinungsbild noch Züge des Barock tragende, aber nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude, warnt Kreisvorsitzende Katharina-Sarah Dörr, gebe der Einkaufsmeile „ein Gesicht und hebt sich klar von der bis auf wenige Ausnahmen charakterlosen Architektur der Nachkriegsjahre ab“. Schon heute sei es so, dass es kaum Unterschiede zwischen Fußgängerzonen in Berlin, Stuttgart, Hamburg oder Köln gäbe. Die Innenstadtkerne seien im Zweiten Weltkrieg oftmals stark beschädigt oder ganz zerstört worden, im Wiederaufbau sei auf Ästhetik weitgehend verzichtet worden. Die Folge sei, dass sich viele Fußgängerzonen sowohl im Aussehen als auch im Sortiment stark ähneln würden.

Erhaltenswerte Bausubstanz

„Mannheim wurde im Zweiten Weltkrieg besonders getroffen, Häuser dieser Art findet man in der Innenstadt nicht mehr viele, weshalb es als einziges historisch anmutendes Gebäude auf den Planken für uns absolut erhaltenswert ist, “ ergänzt Marcus Garcia-Hoffmann, stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union. Er unterstützt damit die Haltung der Werbegemeinschaft City und des Architekten Andreas Plattner. „Mannheim verlöre mit dem Abriss ein weiteres Stück architektonischer Identität, daher hoffen wir hier auf den Oberbürgermeister und den Gemeinderat“, so Lorenz Siegel, ebenfalls stellvertretender Kreisvorsitzender. aph

Mannheimer Morgen
26. November 2011

© Junge Union Baden-Württemberg