JU Mannheim diskutiert mit C. Siebler über Energiepolitik

Im Rahmen ihres wöchentlichen Jour fixe begrüßte die Junge Union Mannheim am Montag, den 26. März 2018, Rechtsanwalt Christopher Siebler, um mit ihm über aktuelle Entwicklungen der Energiepolitik zu diskutieren. Siebler, ehemals selbst Vorsitzender der JU Mannheim, ist für eine internationale Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft im Bereich Energie- und Versorgungsrecht tätig. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik entwickelte sich eine konstruktive Debatte mit den JU-Mitgliedern.

Hintergrund waren unter anderem Deutschlands mittlerweile verworfene Energie- und Klimaziele für 2020. Siebler und die Junge Union waren sich einig: Im Koalitionsvertrag wird der Thematik offenkundig keine große Beachtung geschenkt. Denn Energiepolitik nimmt dort lediglich drei Seiten ein – 2014 waren es immerhin noch zwölf. Gar nicht erwähnt sind zahlreiche herkömmliche Stromquellen, wie Kernenergie und Kohlekraftwerke. „Es gibt keine Hinweise darauf, was damit geschehen soll“, so Siebler.

Ursprünglich sollten bis 2020 35 % der deutschen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stammen. In diesem Zusammenhang wies Siebler auf die generelle Problematik der energiepolitischen Diskussion hin: „Wir haben oft eine dünne Faktenbasis, dafür aber viel eigene Meinung.“ Man könne sich nicht einfach auf einige wenige Technologien „einschießen“ und dabei physikalische Gegebenheiten vernachlässigen. „Wind- und Solarenergie sind fluktuierend“, stellte er klar. Das heißt nichts anderes, als dass diese Stromquellen von Wind und Wetter abhängen und bei Windstille bzw. Nacht keinen Strom erzeugen können. Für die Junge Union ist klar, dass daher künftig auf Stromspeicher gesetzt werden muss. Bisher ist das nicht möglich, da noch keine bahnbrechende Technologie am Markt ist.

Nach dem beschlossenen Atomausstieg und der damit verbundenen Schließung der Kernkraftwerke ergibt sich eine ohnehin neue Konstellation. Stand 2014 wurden etwa 16 % des Stroms durch Kernenergie erzeugt. Allerdings kann die Lücke, die AKWs hinterlassen, gegenwärtig nicht durch erneuerbare Energien gefüllt werden. Das liegt erneut an deren Fluktuationsproblematik, weshalb die fehlende Kernenergie durch herkömmliche Stromquellen kompensiert werden müsse: „Nutznießer sind zunächst Kohle- und Gaskraftwerke, deren Anteil an der gesamten Stromerzeugung jetzt sogar steigt – eine Verlagerung des Problems“, erklärte Siebler.

Die Bedeutung einer permanent hohen Stromkapazität wird in Zusammenhang mit E-Mobilität noch weiter steigen. „Die meisten würden ihr Auto am liebsten zuhause laden“, so Siebler. Folglich würde die gegenwärtige Netzstruktur bei weitem nicht überall ausreichen. Ein ganz anderes Problem ergibt sich auch hierbei durch die Fluktuation der erneuerbaren Energien: E-Autos würden ihren Strom möglicherweise zu Großteilen aus Kohlekraftwerken beziehen. Die Junge Union und Siebler stimmten überein, dass es nicht zielführend ist, sich auf einige wenige Technologien einzuschießen. Dementsprechend skeptisch ordnete Siebler auch den frühzeitigen Kernenergieausstieg ein.

Der JU-Kreisvorsitzende Lorenz Siegel bedankte sich abschließend im Namen aller Mitglieder bei Christopher Siebler für eine informationsreiche Diskussionsrunde und überreichte ihm ein kleines Präsent.

 

© Junge Union Baden-Württemberg