Freitag der 13. Mai 2011 – Ein düsterer Tag für die Studierendenschaft in Baden-Württemberg

Ein Kurzkommentar von Marcus García Hoffmann[1] am Beispiel des Studienganges Rechtswissenschaften an der Universität Mannheim:

Ein Tag mit Symbolcharakter und bereits gesetzten Vorzeichen. Mit Antritt der Grün-Roten Koalitionsregierung in Baden-Württemberg am Freitag den 13. Mai 2011 werden ab dem kommenden Sommersemester 2012 die Studiengebühren abgeschafft – mit drastischen Folgen für Studierende, Universitäten und Hochschulen.

Für den einen oder anderen mag die Abschaffung des Semesterbeitrages von 500 € auf den ersten Blick vorteilhaft erscheinen. Doch bei ideologiefreier Sichtweise werden die Vorzüge von Studiengebühren insbesondere im Bereich der Rechtswissenschaften deutlich.

Seit der Einführung im Jahr 2007 wurde das bestehende Angebot im akademischen Bereich und im Betreuungsbereich stetig ausgebaut, neue Angebote geschaffen und Maßnahmen kontinuierlich evaluiert. Vorbei waren damit die Zeiten, in denen sich Professoren und Universitäten einer Leistungskontrolle entziehen konnten. Das Vertragsverhältnis zwischen Universität und Studierenden begründete dabei einen Leistungsanspruch auf hochwertige Studienbedingungen und zweckgebundene Mittelverwendung.

Die Abschaffung der Studiengebühren hat nun zur Folge, dass der Universität Mannheim über 5,4 Mio. Euro im Jahr an zusätzlichen Einnahmen entgehen. In logischer Konsequenz führt dies zu einem beträchtlichen Leistungseinbruch in fachlicher und personeller Hinsicht. Auch das hohe sächliche Ausstattungsniveau der Universität Mannheim wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Unter anderem heißt das für die Bibliotheksausstattung, dass der Erwerb an neuen Lehrbüchern, Kommentaren und Skripten in ausreichender Anzahl von Exemplaren nicht mehr gewährleistet ist. Zusätzliche Angebote wie fremdsprachige Lehrveranstaltungen, Kleingruppenseminare, erweiterte Arbeitsgemeinschaften durch zusätzliche Lehrassistenten werden wohl aus Kostengründen reduziert. Der gerade erfolgreich ausgebaute Klausurenkurs für Examenskandidaten mit detaillierter Korrektur läuft ebenfalls Gefahr gekürzt zu werden.

Folglich werden die Konsequenzen einer Grün-Roten Hochschulpolitik am Beispiel der Universität Mannheim Abteilung Rechtswissenschaften deutlich sichtbar. Aus studierenden Sicht sprechen zahlreiche Argumente für den Erhalt der finanziell vertretbaren Studiengebühren in Höhe von 500 € pro Semester. Auch die kommenden Generationen von Studenten sollen an dem hohen Leistungsniveau anknüpfen können. Dazu bedarf es der Studiengebühren und keiner Grün-Roten ideologisch besetzten Politik!


[1] Der Kommentator ist Examenskandidat im Fach Rechtswissenschaften an der Universität Mannheim und stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union Mannheim.

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